Ursula Schmidt-Goetz bei der Senioren-Union

16.01.2019

Die CDU Senioren Union Bergisch Gladbach  begann mit einem neuen Konzept ihre traditionellen Mittwochstreffs

Der Vorsitzende Manfred Klein begrüßte Frau Schmidt-Goertz, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, ehemalige Kreistagsabgeordnete von 1971 bis 1981 und ZEITZEUGIN herzlich. Er stimmte die Besucher auf das Procedere ein. Gleichzeitig wies er auf die künftigen Mittwochstreffs  jeden dritten Mittwoch im Monat hin, insbesondere auf die am 17. April 2019 stattfindende Mitgliederversammlung mit Wahl eines neuen Vorstands.

Frau Schmidt-Goertz erklärte, sie rede ohne Konzept. Ihr Motto sei „In der Kürze liegt die Würze“. Sie schlug einen großen Bogen von der Kaiserzeit über die Weimarer Republik, der  NS-Zeit, Nachkriegsdeutschland  in die heutige Zeit. Als Mitbegründerin der FRAUENUNION lag ihr immer die Anerkennung von Frauen in der Politik am Herzen.  1948 trat sie in die CDU ein, ist aber nicht immer mit deren Politik einverstanden. Ihr verstorbener Ehemann, Dr. Herrmann Schäfer, Journalist, war damals Mitglied der FDP und einer der Väter des Grundgesetzes.- Sie erlebte die Gründung der Volkswagen AG  im ehemaligen Fallersleben, der“ Stadt der KDF WAGEN“, dem späteren Wolfsburg.

Nach Reichsarbeitsdienst folgte eine  Ausbildung zur Journalistin in München. Während ihrer Schulzeit in Remscheid-Lennep, wurde sie immer wieder mit der Verfolgung der jüdischen  Bevölkerung konfrontiert.-Sie traf während ihres Studiums Greta Braun, die Schwester von Eva Braun. Später begegnete sie dem Sohn Kaiser Wilhelms, kaiserliche Hoheit Prinz Oskar von Preussen, damaliger Vorsitzenden des Johanniter-Ordens.  Dr. Konrad Adenauer lud sie als Journalistin  mit dem Frauenverband  1961 in seine Villa ein. Bundespräsident Prof. Carl Carstens gewährte ihr ein Interview in Altenberg. Mit  Prof. Stockhausen befreundet, initiierte sie die Bergisch-Schlesischen-Musiktage.- Bis 1933 praktizierte ein Dr. med. Friedrich Wolf in Remscheid. Sie vermutete verwandtschaftliche  Wurzeln zum damals bekannten Spion Markus Wolf .Sie fuhr 1985 in die DDR nach Friedrichsfelde und fand dort sein Grab in der Begräbnisstätte der DDR Prominenz. Die Thematik griff sie im HEIMATKALENDER auf. Ab 1992 unternahm sie zahlreiche Reisen nach Polen, insbesondere Breslau, Liegnitz und nach  Ostpreußen. Sie erhielt eine Einladung der Stadt Breslau. Anlässlich einer Feier im Breslauer Dom fragte sie, welches gemeinsame Lied man singen wolle und es erklang“ Kein schöner Land in dieser Zeit“. 

Der Vortrag von Frau Schmidt-Goertz war bis zum Ende spannend. Man hatte eine wahre,  Protagonistin, ja Zeitzeugin gehört.  Ihr wurde mit langem Applaus gedankt.                          

Text und Fotos: Wilhelm Laufenberg